
„Ich bin Anna“ – Lesung im Freud Museum Wien
Ein Abend über Anna Freud, Sprache als Selbstbehauptung und das Heikle zwischen Fakt und Fiktion Die Räume des Freud Museum Wien tragen noch immer die leise Elektrizität jener Gespräche, in denen Psychoanalyse einmal Welt wurde. Genau hier las Tom Saller aus seinem Roman Ich bin Anna – und sprach anschließend mit Daniela Finzi, Wissenschaftliche Leitung des Freud Museums Wien, über die Anna hinter dem berühmten Namen: Tochter, Analytikerin, Zeitzeugin. Ein Abend, der Literatur und Ort auf selten stimmige Weise zusammenbrachte. Eine besondere Atmosphäre Zwischen Couch und Vitrine, wo Fotografien und Arbeitszeugnisse an Sigmund Freud erinnern, lässt Saller die ersten Seiten klingen. Die Lesung beginnt ruhig, präzise, beinahe klinisch – und gewinnt schnell jene Wärme, die entsteht, wenn ein Text sich in einem Raum zu Hause fühlt. Man hört das Rascheln, das leichte Lachen, dieses konzentrierte Schweigen nach einem Satz, der sitzt. Im Gespräch Über Anna Freud: Saller zeichnet sie als Figur der Selbstbehauptung – im Schatten des Vaters, doch nicht in seiner Kopie. Die Sprecherin fragt beharrlich nach: Wo endet die Tochter, wo beginnt die Analytikerin? Wie spricht eine, die ihr eigenes Begehren zunächst in der Sprache der Theorie findet? Über Methode & Moral: Wie nahe darf Literatur an die






